Wenn man das macht, greift man eher zu nicht ganz konventionellen Aktionen. Der Einsatz der Mittel soll möglichst gering sein, die zu erzielende Wirkung hoch. Mitte der 1980er Jahre prägte der Werbe-Experte Jay C. Levinson diesen Begriff. 1984 erschien sein Guerilla-Marketing-Buch, das in 42 Sprachen übersetzt und ca. 14 Millionen Mal verkauft wurde.
Das Medium bzw. der Absatzkanal werden mit einem sehr geringen Aufwand ausgewählt. Man kann Kooperationsgeschäfte mit großen Unternehmen am Markt tätigen oder Rest-Sekunden in der Medien-Werbung aufkaufen. Auch das Verfassen von Leserbriefen zählt dazu. Hier muss man sich immer auf einen zuvor veröffentlichten Artikel beziehen. Guerilla-Marketing zielt vor allem auf die möglichst kreative Vermittlung einer Werbebotschaft ab. So ist zum Beispiel in Deutschland und fast in allen anderen Ländern die Werbung für verschreibungspflichtige Medikamente verboten. In diesem Bereich haben sich die Methoden des Guerilla-Marketings weit verbreitet.
Man umwarb dann eben Patienten-Organisationen. Das Guerilla-Marketing kann unabhängig vom eingesetzten Werbemittel angewendet werden. Es wird auch oft illegal auf öffentlichen Flächen betrieben. Dort werden dann in großer Anzahl Aufkleber und Plakate angebracht. Man nimmt die verhältnismäßig geringen Bußgelder gern in Kauf. Diese stehen selten im Verhältnis zum später erzielten Werbeerfolg. Guerilla-Marketing wird auch angewendet im Schutz der Anonymität von Internet-Foren. Hier streut man gezielt Werbebotschaften in themenbezogene Communities ein.